Nachtschreck

12.10.2018
Gedichte Christoph Müller Nachtschreck

Überall liegt Schnee.
Lampen flackern,
Und die Flure schweigen.
Ihr seid nicht mehr hier,
Und du schläfst schon lange.
Ich trete aus Wänden
In bläuliche Stille.

Vor mir ein Fluss
Und ein Brückenbogen.
Am anderen Ufer
Ein schwarzes Haus.
Ich weiß, dass es leer ist;
Die Eltern sind fort.

Zwischen den Ästen
Bricht ein Schatten
Durch Holz,
Am Arm ein Gewehr,
Und Furcht
Schüttelt eisig.

Ich klebe fest
An der Schwelle;
Hinter den Scheiben
Brennt Licht.
Ich flüstere pochend:
»Hallo?«
Und es antwortet raunend
»Hallo« …