Während Du schläfst

16.02.2021
Gedichte Christoph Müller Während Du schläfst

Über den schlafenden Augen
Strahlen wie Städte bei Nacht,
Deine einsamen Orte,
Verborgen unter dem Haar.

Glimmen auf und verlöschen,
Zeichnen Grenzen und Zonen;
Kein Zug fährt so spät,
Manche schlafen schon.

Einige kauern und wachen,
Reißen die Träume auf
Aus erstorbenem Zittern –
Während Du schläfst.

Und an der Schläfe kann ichs spüren;
Du hast es sichtbar gemacht,
Hast Dein Deckhaar gerodet,
Sie zum Leuchten gebracht.