Alfred Lichtenstein: Wellenschwer

Gedichte Expressionismus Alfred Lichtenstein

Wellenschwer
Tönt das Meer
Wie Wind im Bergwald
So wellig und hehr
Und so düster…

Kein Stern.
Nur dunkle Wolken
Und fern
Ein Strahl vom Mond? –

Vom erdenalten
Grübler Mond,
Der hinter allen
Wolken wohnt
Und ein Wind
Summt…

Ich lieg‘ im Sande
am Strande
am Meer

Und Wellen spülen
Gottweiß woher
Und weichen wieder
Gottweiß wohin – –
Ich fühle garnicht
Daß ich bin.

Ich liege so ruhig
am Strande
am Meer

Als ob ich schon längst
Gestorben wär
Im windweichen Sande