Sascha E. Lübke

Bausatz

07.09.1994
Gedichte Christoph Müller Sascha E. Lübke

Geschrieben 1994 gemeinsam mit Sascha E. Lübke

I

Mir schien, als würden sich aus dem Boden
Mehrere Pappkartons spiegeln.
Lass uns ein bis zwei Pfützen von der Straße kratzen
Und uns mit ihnen waschen.
Es sieht so aus, als könnten auch lackierte Eisen rosten.

Durch ein Fenster im roten Blechsarg schimmert die Welt.
Ein Mann steht im Kreis und wirft etwas weg.
Das Haus hat verschiedene Farben.
Auf diesen Wagen hätten wir aufspringen können – aber es ist egal.
Wasser könnten nicht schlimmer entstellt werden,
Als durch künstliche Lichter.


II

Ich überlege gerade,
Ob man etwas mit diesem Spiegel anfangen könnte.
Heute habe ich mich noch nicht zerteilt.
Adern durchziehen schwarz den Asphalt.
Holz wächst zu Früchten.
Wann hast du Zeit?
Der Sinn war anders als das Wort.
Genauso wie der Schirm verpackt ist,
Hat der Mann einen Hut.

Wir müssen auch hier raus.
Wasserspiele für den Regen –
Plastiklachen
Verzogen, damit es weiter aufwärts geht – Stadtbruch
Gedankenpause,
Zwecks größerer Verwirrung.

Sascha E. Lübke: Präludium

Gedichte Sascha E. Lübke

1.
Man müsste SpracheWorte empfinden,
das Nichts schleudern zu können;
mit Wucht aufGegen IrrtümerSystemeAngst.
Lachhaft. Ein Sprung.
Ich versuche mich zu beherrschen,
vor mir zu fliehen.
Sprache ist ein zu GrobSchwachMechanischInstruktivIrrtum
Apparat,
mittelbar.

2.
Mir fehlt die Konzentration;
Verliere mich mit jedem Schritt, lasse mich hinter mir.
Ich spüre nur einen Willen-
Der Wille zur Zerstörung.
Ich vernichte mich in jedem Moment.
Die Gedanken strömen sich aus, verknäulen sich,
ich dazwischen finde nichts-ZWEIFEL.

Sascha E. Lübke: Bleicher Rauch

Gedichte Sascha E. Lübke

Bleicher Rauch
Der zerbrochne Weg
ANGENOMMENPUNKTZERSTÖRUNG
Entwicklung
pflichterklärt
abfall am stück
Das entzieht
Verfall
Erhellt
Zwischen Finsternis
Ein werkzeug

Sascha E. Lübke: Schwere Seiten

Gedichte Sascha E. Lübke

Schwere Seiten
lustverstreckt
Es zerrt Windet
Kettet Knotet an den Ball
Der ketzt
zerrollt
Über und fahren
Die stumpfe Haut gräbt
sich in den Beutel
Deines
fühlbaren

Sascha E. Lübke: Der Schritt

Gedichte Sascha E. Lübke

Der Schritt
Auf
WEICHEN
Hügeln
So etwas wie ein Hammer
Oder eine Zunge
Körnig vertreibt es
Wild
Wille
Besitzt es den Verlust
Da fließt die Einsamkeit
Gefesselt auf gefrorenem Grün
Das Ende ist zusammengezogen
Ein Erwachen
ODER LEERES SPIEL
Ist dabei
Einklang
steht