Puls und Schrei

Begegnung

Gedichte Christoph Müller Puls und Schrei

Purpurlichter treiben
Über unsere goldenen Gesichter.
Hinter uns graues Fell
Und kalte Fenster.
Deine Hand …
Wir bewegen uns fort,
Eisig und still.
Hier ist kein Platz.
Doch hinter den Augen
Wartet ein Raum.

Gefrorene Zeit

Gedichte Christoph Müller Puls und Schrei

Schweigende Räume,
Ein Leuchten im Kreis.
Kein Name am Himmel,
Und Feuer blitzt Eis.

Die Stimme hält an,
Papier schaut zurück.
Du greifst in die Luft
Und Lächeln verblickt.

Hetzjagd

Gedichte Christoph Müller Puls und Schrei

Leere Gesichter bilden eine Wand,
Von Müttern, Kindern bis zum Greise.
Dahinter weites, grünes Land
Und schwarze Pferde auf der Reise.

Noch tiefer blaue Wolkenstrudel,
Darin versickert goldner Staub.
Und gierig hetzt das ganze Rudel,
Von Blitz und Donner blind und taub.

Wohin nur fliehen, wenn die Welt zerbricht?
Niemand kennt der Dinge Lauf.
Renn einfach weiter, sieh den Abgrund nicht!
Du stürzt hinab und wachst nicht auf.

Leiser

Gedichte Christoph Müller Puls und Schrei

Abgehackter Rhythmus
Zuckt durch deine
Roboterarme.

Ölige Haut,
Sich drehende Hände,
Im Nebel stehen.

Blick und Berührung,
Innehalten
Und leiser drehen.

Lichterloh

Gedichte Christoph Müller Puls und Schrei

Schlaf klopft
An deine Knochen;
Ein Gesicht
Stiehlt deine Hand.
Papier knistert
Zitternd im Kopf,
Brennt lichterloh
Aus deinen Augen.
Das Gewand
Fängt Flammen,
Steigt auf
Zum Turm,
Und nackt zersplittert
Deine Haut.