Traumplan/Heimat

Gedichte Christoph Müller Schweigen schreit durch die Stadt

Norden.
Ich rolle mich auseinander, richte mich auf:
Grün und grau.
Bäume, weiße Lichtstangen, eine Betontreppe.
Hinter einem Gitter geht es tiefer ins Grün.
Schau dich ruhig um!

Grau, aufwärts.
Es senkt sich ein Bahnsteig in hellblaue Bewölkung.
Ein Zug nähert sich und bleibt stehen.
Ich steige ein, drehe meinen Kopf wie ein Industrieroboter
Und setzte mich ans Fenster:
Felder, dunkel, Wege.

Schlaf weckt mich an einem helleren Ort.
Hier gehen wie Netze Seilbrücken über Seen.
Ich stehe in der Mitte
Und träume mich umher,
Auf den Strahlen der Sonne
Bis auf die Pfade am Rand.

Ein langer Weg führt mich weiter
Zu einer Stimme hinter Glas.
Eine Treppe am Ausgang:
Hier geht es immer im Kreis;
Jeder kennt jeden
Und geht doch vorbei.

Ich fahre in die Stadt,
Tief im Dunkel der Nacht.
Ich gehe ein und aus
In verschiedenen Häusern,
Und ich sehe euch tanzen;
Eure Worte sind stumm.

Dich hab ich schon mal getroffen;
Ich schaue dich an
Und nehme die Hand.
In unser Boot fallen Blätter,
Und ich erzähle dir alles.
Norden.