Staubwüstenbäume

Gedichte Christoph Müller Traumnarben

Lippen, weiß zermauert,
In Boden gewurzelt.
Wortzähne,
Zwischen Schattenfugen
Zur Feuerstelle gekränzt –
Gegrenzt.
Handsegel drehen sich
Als Atemmühlen.
Aus dem Mund
Weht eine Quelle
Ins schwarze Tal.
Wirbelsäule als Achse –
Nutzt zu Mehl.
Der Kopf:
Gehirn-gehörnt.
Würmer in den Augen –
Sattgesehen.
Tränen wangen hinab,
Über das verputzte Gesicht
Voller Risse und Narben.
Gedanken zerwachsen
Zunichte;
Schädel zersprüht im Wind.
Eine Kalkwüste
Voller Staubbäume:
Winter.