Sie

Gedichte Christoph Müller Traumnarben

Ihr Blick
Zieht tausend Sterne
Über meine Haut.
Sie ist Wind
Und weht den Herbst
Von meinen Augen,
Taut den Winter
Von meinen Ästen.
Ich bin ein Baum,
Und sie ist mein Frühling;
Sommerwarm
Legt sich ihr Lächeln
Um meine Brust,
Und aus ihrem Hals
Rauscht der Gesang
Meiner Blätter.
Aus ihrem Haar
Fackelt gleißender Goldstaub
Durch das Dunkel.
Blutgeschminkt
Sind ihre Wangen,
Und von ihren Lippen
Schöpfe ich
Purpurnes Vergessen.
Rosenschalen,
Gefüllt mit ihrem Blut,
Erblühen
In meinen Händen.
Daraus treiben
Weiße Schwingen
Und streichen sanft
Meine Sicht zu.
Sie ist Nebel
In meinen Träumen,
Legt sich leuchtend
Über alle Schlachten.
Aus ihrem Atem
Trinke ich
Blaues Feuer;
O ich entflammte
An ihr und leuchte
Sonnenhell.