Nachts

Gedichte Christoph Müller Traumnarben

Wenn alles dunkel ist,
Die Städte nicht mehr brennen,
Sinkt der Mond,
Taucht in mein Haupt.

Wenn alles steht,
Die Straßen nicht mehr fließen,
Sind Blätter Dächer
Über meinen Wegen.

Wenn alles ruht,
Die Körper nicht mehr zucken,
Ein Festmahl für
Die Geier sind;

Wenn all die Waffen
Nicht mehr donnern,
Flügel aus der
Asche steigen;

Wenn all die Herzen
Nicht mehr schlagen,
All die Stimmen
Nicht mehr klagen –

Wenn alles still ist,
Die Nacht blau
Die Pfade deckt,
Trinke ich den Himmel.