Aufstehen

Gedichte Christoph Müller Traumnarben

Jeden Morgen erwachen.
Suche nach dem letzten Bild:
Verloren.
Augen an die Decke gerichtet:
Kahlweiß.
Das Gesicht ist verschwunden.
Mein Herz schlägt zu laut.
Ich stehe auf,
Klettere wie ein
Affe auf Bäume,
Bekomme die Sonne
Doch nie zu fassen.
Einen neuen Tag hineinwürgen.
Schmeckt mir nicht.
Hinausziehen und fechten,
Am Abend die Wunden
In toten Schößen kühlen.
Jeden Abend schlafe ich ein,
Im Staub der Rosenblätter,
Die ich dem Morgen entpflückte;
Jede Dämmerung könnte
Meine letzte sein.